HTML-Einführung von Hubert Partl


Hypertext-Links


Verweise zu anderen Informationen <a href>

Vielleicht die wichtigste Eigenschaft des World Wide Web und der Hypertext Markup Language ist die Möglichkeit, dass der Leser mit Hilfe von Hypertext-Verbindungen ("Links") von einer Information zu einer anderen Information springen kann.

Zu diesem Zweck gibt man im HTML-Text einen "Anker" (anchor) der folgenden Form an:
<a href="URL">Link-Text</a>

Der zwischen <a> und </a> stehende Link-Text ist der am Bildschirm sichtbare Text, der vom Benutzer "ausgewählt" werden kann (Klick mit der Maus oder Drücken einer bestimmten Taste wie Return oder Rechtspfeil, je nach dem verwendeten Web-Browser). Viele Web-Browser kennzeichnen diesen Link-Text durch Unterstreichen, manche durch eine spezielle Farbe, oft durch Unterstreichen und Farbe, wobei oft auch noch verschiedene Farben oder Unterstreichungsarten für bereits aufgesuchte und noch nicht aufgesuchte Links verwendet werden.

Innerhalb des Befehls <a> wird mit href= (Hypertext Reference) angegeben, zu welcher Information der Sprung bei Auswahl dieses Hypertext-Links erfolgen soll. Diese Adresse wird in der Form eines URL (Uniform Resource Locator) angegeben.

Nachdem der Benutzer die Information, zu der er auf diese Weise verzweigt hat, gelesen hat, kann er mit Hilfe des Zurück-Befehls ("back") seines Web-Browsers wieder an die Stelle zurückkehren, von der der Sprung ausgegangen ist.

Bei der Formulierung des Textes und der Plazierung der Links sollten Sie darauf achten, dass der dem Leser durch die Unterstreichung und Farbe in die Augen springende Link-Text die wichtigen Stichworte enthält und nicht ein unwichtiges Wort wie "hier" oder gar ein nicht für alle Web-Browser gültiges "click here".

Ein Beispiel für eine schlechte Formulierung:

- - - Die Eingabe von

F&uuml;r ausf&uuml;hrlichere Informationen &uuml;ber
absolute und relative URLs klicken Sie
<a href="hein3.html#url">hier</a>.
- - - bewirkt eine Darstellung wie

Für ausführlichere Informationen über absolute und relative URLs klicken Sie hier.

- - -

Beispiele für bessere Formulierungen:

Hier können Sie ausführlichere Informationen über absolute und relative URLs auswählen.

oder:

Als Adresse sind absolute oder relative URLs anzugeben.

- - -

Verweise auf die Startseite Ihrer Firma oder Universität sollten Sie nicht als Home-Page sondern mit den Namen Ihrer Firma bzw. Universität bezeichnen. Für den Leser klingt "Geh nach Hause!" (go to home page, go home) wie das unfreundliche Wegschicken zu seinem eigenen Zuhause und nicht wie eine freundliche Einladung zum Besuch der Informationen des Autors.

Verweise sollten niemals das Wort "zurück" enthalten, denn Sie als Autor können ja nicht wissen, von wo der Leser auf Ihre Information gekommen ist - von Ihrer Startseite, von einem Verweis in irgendeiner anderen Web-Page, aus seinen eigenen Boomarks oder aus einer Suchhilfe.


URL (Uniform Resource Locator)

Der URL ist eine Art Adresse, die alle Angaben enthält, die für das Auffinden einer bestimmten Information im World Wide Web notwendig sind. URLs haben grundsätzlich das Format
methode:objekt
Ein typischer URL hat etwa den folgenden Aufbau:
protokoll://hostname/directoryname/filename#marke
Beispiel:
http://www.boku.ac.at/htmleinf/hein3.html#url
bedeutet einen Sprung an die Stelle "url" im File "hein3.html" im Directory "htmleinf" auf dem WWW-Server "www.boku.ac.at". Falls Teile des URL (z.B. der Filename) Leerstellen oder Sonderzeichen enthalten, müssen diese durch einen Hexadezimal-Code der Form %XX ersetzt werden, z.B.
%20 für eine Leerstelle,
%2F für einen Schrägstrich,
%3F für ein Fragezeichen.

Es müssen nicht immer alle Teile des URL angegeben werden. Dementsprechend wird zwischen absoluten und relativen URLs unterschieden:

Achtung! Im Gegensatz zu den HTML-Befehlswörtern, bei denen die Groß- oder Kleinschreibung egal ist, dürfen innerhalb der URLs Groß- und Kleinbuchstaben nicht verwechselt werden.

Absolute URLs im WWW

Unter absoluten URLs werden Adressen verstanden, die unabhängig vom Kontext verstanden werden, d.h. egal in welchem HTML-File sie stehen, der Zugriff erfolgt immer auf dieselbe Information.

Beispiele:

http://hostname/
bedeutet die WWW-Start-Page auf dem Rechner "hostname".

http://hostname:8000/
bedeutet die WWW-Start-Page eines WWW-Servers, der auf dem Rechner "hostname" unter der Portnummer 8000 (statt unter der Standard-Portnummer 80) läuft.

http://hostname/directory/
bedeutet eine Übersicht über ein auf dem Rechner "hostname" liegendes Directory oder die in diesem Directory liegende Start-Page (wenn es eine solche gibt).

Der Schrägstrich nach dem Directory-Namen ist notwendig, um ihn von File-Namen zu unterscheiden. Manche Web-Browser können den Unterschied auch bei fehlendem Schrägstrich feststellen (allerdings nur mit doppeltem Zugriff und damit erhöhter Netz-Belastung). In vielen Fällen führt das Fehlen des Schrägstrichs aber zu verschiedenen Fehlern bei weiteren Links. Der Schrägstrich nach dem Directory-Namen muss deshalb immer angegeben werden.

http://hostname/directory/filename
bedeutet ein auf dem Rechner "hostname" im angegebenen Directory liegendes File.

http://hostname/directory/filename#marke
bedeutet den Sprung auf eine bestimmte Stelle innerhalb dieses Files.

http://hostname/directory/filename?name=wert&name=wert
bedeutet die Ausführung eines CGI-Programms mit Parametern.

file:///directory/filename
bedeutet ein auf dem lokalen Rechner im angegebenen Directory liegendes File.
Auch im Fall von PCs sind dabei Laufwerk und Directory nicht in der DOS-Schreibweise sondern in der URL-Form
file:///c|/directory/filename
anzugeben.

Relative URLs im WWW

Relative URLs geben die Adresse relativ zur Lage des HTML-Files an, in dem das Hypertext-Link steht. Dies ist für zusammengehörende Files günstig, die eventuell gemeinsam auf einen anderen Bereich übertragen werden.

Beispiele:

#marke
bedeutet eine andere Stelle innerhalb desselben Files.

filename
bedeutet ein anderes File innerhalb desselben Directory auf demselben WWW-Server.

filename#marke
bedeutet eine bestimmte Stelle in diesem anderen File.

directory/filename
bedeutet ein File in einem Subdirectory des aktuellen Directory (relativer Pfad).

../filename
bedeutet ein File im Parent-Directory des aktuellen Directory (relativer Pfad).

/directory/filename
bedeutet ein File in einem bestimmten Directory (absoluter Pfad) auf demselben WWW-Server.

URLs für andere Internet-Services

URLs können nicht nur auf WWW-Server sondern auch auf FTP-Server oder andere Internet-Services verweisen.

Dazu sind im URL entsprechend andere Protokolle und Parameter anzugeben.

Beispiele:

ftp://hostname/directory/
für ein Directory auf einem anonymen FTP-Server.

ftp://hostname/directory/filename
für ein File auf einem anonymen FTP-Server.

telnet://userid@hostname
für eine Telnet-Verbindung zu einem Internet-Rechner mit Login unter einer bestimmten Userid.

news:news.group.name
für eine bestimmte Usenet-Newsgruppe auf dem lokalen News-Server (NNTP-Server) des WWW-Client.

mailto:userid@hostname
für das Senden von Electronic Mail an eine bestimmte Mail-Adresse über das lokale Mail-System des WWW-Client (siehe Interaktion).


Listen von Verweisen

Für Menüs, in denen der Leser aus mehreren Hypertext-Links auswählen kann, verwenden Sie am besten übersichtliche Listen der Form

<ul>
<li><a href="URL1">Beschreibung 1</a>
<li><a href="URL2">Beschreibung 2</a>
<li><a href="URL3">Beschreibung 3</a>
</ul>
Ein Beispiel für eine solche Auswahl-Liste sehen Sie in den Referenzen.


Markierungen innerhalb eines HTML-Files <a name>

Für die Markierung von möglichen Sprungzielen innerhalb Ihres HTML-Files können Sie "Anker" (anchor) der folgenden Form angeben:
<a name="marke">Text</a>

Der zwischen <a> und </a> stehende Text ist das Sprungziel. Er darf nicht leer sein und darf auch HTML-Befehle enthalten (aber keine anderen <a>-Befehle).

Der mit name= definierte Name der Sprungmarke kann dann in Hypertext-Links in der Form
<a href="#marke">Link-Text</a>
oder
<a href="filename#marke">Link-Text</a>
angegeben werden und bewirkt einen Sprung zu der markierten Stelle innerhalb des HTML-Files.

Bitte, beachten Sie, dass das Nummernzeichen # nur bei href= und nicht bei name= anzugeben ist und dass im Gegensatz zu den HTML-Befehlswörtern, bei denen die Groß- oder Kleinschreibung egal ist, in den Sprungmarken Groß- und Kleinbuchstaben unterschieden werden und daher nicht verwechselt werden dürfen.

Beispiel (frei nach D. E. Knuth: The TeXbook):

- - - Die Eingabe von

<dl>
<dt><a name="endlos">endlos:</a>
<dd>siehe
<a href="#schleife">Schleife</a>.
<dt><a name="schleife">Schleife:</a>
<dd>siehe
<a href="#endlos">endlos</a>.
</dl>
- - - bewirkt eine Darstellung wie

endlos:
siehe Schleife.
Schleife:
siehe endlos.

- - -

In HTML 4 und XHTML ist vorgesehen, dass man Sprungmarken mit id="marke" statt mit name= vereinbaren kann, und die Angabe von id= ist nicht nur in eigenen <a>-Befehlen sondern auch direkt in Befehlen wie <hX>, <p>, <ul> u.dgl. möglich. Beispiele:

<h2 id="marke1">&Uuml;berschrift</h2>
<p id="marke2">Text...

Dies wird aber derzeit von vielen Browsern noch nicht unterstützt und sollte daher noch nicht eingesetzt oder mit der alten Version kombiniert werden:

<h2 id="marke1"><a name="marke1"> ... </a></h2>


Inhaltsverzeichnisse

Bei HTML-Files, die länger als zwei, drei Bildschirm-Seiten sind, ist es empfehlenswert, an den Anfang ein Inhaltsverzeichnis mit Sprüngen zu den einzelnen Abschnitten innerhalb des Files zu stellen, etwa in der folgenden Form:
<h1>Haupt-Überschrift</h1>
<ul>
<li><a href="#kap1">Kapitel-Überschrift 1</a>
<li><a href="#kap2">Kapitel-Überschrift 2</a>
<li><a href="#kap3">Kapitel-Überschrift 3</a>
</ul>
<p>
einleitender Text ...
</p><hr><p>

<h2><a name="kap1">Kapitel-Überschrift 1</a></h2>
Text des ersten Kapitels ...
</p><hr><p>

<h2><a name="kap2">Kapitel-Überschrift 2</a></h2>
Text des zweiten Kapitels ...
</p><hr><p>

<h2><a name="kap3">Kapitel-Überschrift 3</a></h2>
Text des dritten Kapitels ...
</p><hr><p>
Beispiele dafür sehen Sie in allen Kapiteln dieser HTML-Einführung.

Nach HTML 4 geht das noch einfacher mit Markierungen der Form

<h2 id="kap1">Kapitel-Überschrift 1</h2>
Text des ersten Kapitels ...
</p><hr><p>

Es gibt auch Umwandlungsprogramme (wie z.B. rtftohtml) und Hilfsprogramme, die solche "klickbare" Inhaltsverzeichnisse automatisch aus allen im HTML-File vorkommenden Überschriften erstellen, mit einer der Hierarchie der Befehle <h1> <h2> <h3> entsprechenden Schachtelung der Liste.


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© Hubert Partl, BOKU Wien