HTML-Einführung von Hubert Partl


Entwicklungen für die Zukunft

HTML wird sicher noch länger die meistbenutzte Markup-Sprache im WWW sein. Aber seit 1999/2000 entwickelt es sich in die im folgenden skizzierte Richtung weiter bzw. wird Schritt für Schritt durch die im folgenden angeführten Systeme und Markup-Sprachen ergänzt und teilweise ersetzt:

Freilich werden alle diese neuen Entwicklungen derzeit von den meisten Web-Browsern noch nicht (oder noch nicht vollständig) unterstützt.


XML - die einfachere SGML

XML = Extensible Markup Language

Eine Erklärung der Grundbegriffe finden Sie im Glossar:

XML ist eine Metasprache zur Definition von Markup-Sprachen.

So wie HTML mit SGML definiert ist, so kann man mit XML eigene Markup-Sprachen definieren, und künftige Versionen von HTML werden ebenfalls mit XML definiert werden (XHTML).

So wie HTML festgelegt und normiert ist und daher für den weltweiten Austausch und die Übertragung und Verwendung von Web-Pages zwischen vielen verschiedenen Web-Servern und Web-Browsern geeignet ist, so kann man mit XML eigene Datei-Strukturen für verschiedene Zwecke definieren und normieren, die dann ebenfalls von vielen Personen mit vielen verschiedenen Programmen und auf vielen verschiedenen Rechnern verwendet werden können. Mit der Hilfe von Style-Sheets können XML-Dokumente außerdem ebenfalls, so wie HTML-Files, von Web-Browsern dargestellt und ausgedruckt werden.

Wofür kann man nun solche mit XML definierte Markup-Sprachen, sogenannte "XML-Applikationen", verwenden? Welchen Zweck kann es haben, mit XML solche Sprachen festzulegen und zu normieren? Welche Vorteile haben solche XML-Anwendungen gegenüber HTML oder anderen Datei-Formaten?

Außerdem ist die Syntax von XML so streng festgelegt, dass XML-Anwendungen wesentlich einfacher, bequemer und effizienter von Programmen weiter verarbeitet werden können als HTML-Files.

Künftige Web-Browser werden XML-Files direkt am Bildschirm darstellen und am Drucker ausdrucken können, wenn mit einem Style-Sheet definiert ist, wie die einzelnen XML-Elemente dargestellt werden sollen. Erste Ansätze dafür gibt es im MS Internet Explorer Version 5 (mit einer Vor-Version von XSL Style Sheets) sowie in Netscape Version 5 und Mozilla (mit CSS Style-Sheets).

Zu diesem Zweck werden am Web-Server sowohl das XML-File mit dem Inhalt der Information als auch das XSL- oder CSS-File mit den Layout-Angaben abgespeichert - so ähnlich wie im Textsatzsystem LaTeX, wo der Inhalt im TEX-File und das Layout im STY-File definiert werden, und so wie dort hat man auch hier die Möglichkeit, den selben Inhalt wahlweise in verschiedenen Layouts darzustellen, z.B. für große und kleine Bildschirme und für Schwarz-weiß- und Farb-Drucker.

Wenn man die Informationen für alle Benutzer verfügbar machen will, also auch für diejenigen, die noch ältere Web-Browser verwenden, muss man sie am Web-Server (zusätzlich) im normalen HTML-Format zur Verfügung stellen - am besten mit einem Umwandlungsprogramm, das die XML-Files mit der Hilfe der Style-Files automatisch in Standard-HTML umwandelt. Und wenn die Informationen auch mit Handy-Telefonen und dergleichen erreichbar sein sollen, dann gleich auch noch im WML-Format.

Es gibt auch Umwandlungsprogramme, die "lockere" HTML-Files in "strenge" XHTML-Files umwandeln, damit diese mit XML-Software weiter verarbeitet oder auch durch zusätzliche Tags zu speziellen XML-Anwendungen erweitert werden können.

Für ausführlichere Informationen wird auf die

und auf die dort angegebenen Referenzen verwiesen.


XHTML - die neue HTML

XHTML = Extensible Hypertext Markup Language

Eine Erklärung der Grundbegriffe finden Sie im Glossar:

Mit XHTML bezeichnet man ein HTML-File, das den strengeren Syntax-Regeln von XML entspricht. Dies hat den Vorteil, dass sie dann nicht nur von Web-Browsern dargestellt sondern auch mit SGML-Programmen oder XML-Programmen weiter verarbeitet werden können.

Künftige Versionen von HTML (nach 4.0) werden vom W3-Consortium nur mehr als XHTML festgelegt werden.

Die wichtigsten Unterschiede von XHTML gegenüger HTML sind:

Die Groß-Klein-Schreibung ist nicht egal, alle XHTML-Tags und Schlüsselwöerter müssen mit Kleinbuchstaben geschrieben werden.

Beispiel:
nicht <P ALIGN="CENTER">
sondern <p align="center">

Alle Parameter-Werte müssen in Double-Qutoes oder Apostrophe eingschlossen werden.

Beispiel:
nicht <p align=center>
sondern <p align="center">

End-Tags dürfen niemals weggelassen werden.

Beispiel:
nicht <p> ... <p> ...
sondern <p> ... </p> <p> ... </p>

Einzelelemente, bei denen es keinen End-Tag gibt, müssen in der Form <xxx /> geschrieben werden.

Beispiel:
nicht <br> und <img src="Logo.gif alt="Firma">
sondern <br /> und <img src="Logo.gif alt="Firma" />

Start- und End-tags müssen immer richtig geschachtelt werden.

Beispiel:
nicht <p><b> ... </p></b>
sondern <p><b> ... </b></p>

Textmarken müssen mit id="marke" definiert werden.

Beispiel:
nicht <p><a name="xxx"> ... </a></p>
sondern <p id="xxx"> ... </p>

Damit das mit alten und neuen Web-Browsern funktioniert, sollte man aber lieber beides kombinieren:
<p id="xxx"><a name="xxx"> ... </a></p>

Erklärungen, warum diese strengeren Syntax-Regeln sinnvoll und notwendig sind, finden Sie in der XML Kurz-Info im Kapitel über die XML-Syntax.

Es gibt Umwandlungsprogramme, die "normale" HTML-Files automatisch in XHTML umwandeln, z.B. das Programm "tidy" beim W3-Consortium.

Für ausführlichere Informationen wird auf die Referenzen verwiesen.


MathML für Mathematik

MathML ist eine XML-Anwendung zur Speicherung und Darstellung von mathematischen Formeln. Derzeit wird MathML von den meisten (älteren) Web-Browsern leider noch nicht unterstützt.

Für ausführlichere Informationen wird auf die Referenzen verwiesen.


CML für Chemie

CML ist eine XML-Anwendung zur Speicherung und Darstellung von chemischen Formeln. Derzeit wird CML von den meisten (älteren) Web-Browsern leider noch nicht unterstützt.

Für ausführlichere Informationen wird auf die Referenzen verwiesen.


WAP und WML für Handys

WAP = Wireless Application Protocol

WML = Wireless Markup Language

Eine Erklärung der Grundbegriffe finden Sie im Glossar:

HTML hat zwar den Vorteil, dass sich die in den Web-Pages enthaltenen Informationen durch das Prinzip des logischen Markup automatisch an die Fenstergröße und Schriftgröße des Client-Rechners anpassen, egal ob es sich um einen Notebook oder PC oder eine Workstation mit großem oder kleinem, niedrig oder hoch auflösendem Bildschirm handelt

Allerdings funktioniert diese automatische Anpassung nur innerhalb eines Bereiches von wenigstens einigermaßen vergleichbaren Fenster- und Papiergrößen. Typische PC- und Fernseh-Bildschirme bieten Platz für etwa 200 Wörter in ca. 20 Zeilen, Papierblätter für etwa 600 Wörter in ca. 60 Zeilen.

Für Geräte mit sehr kleinen Displays, die nur etwa 10 bis 20 Wörter in 2 bis 5 Zeilen darstellen können, muss man die Informationen im allgemeinen extra aufbereiten, in einem stark gekürzten und wesentlich kompakteren Format. Da solche Geräte meistens auch nur über geringere Rechen-Ressourcen verfügen als PCs oder Workstations, müssen außerdem ein Format und ein Protokoll verwendet werden, die möglichst effizient verarbeitet werden können. Deshalb werden für diese Zwecke nicht HTML und HTTP sondern WML (das auf XML aufbaut) und WAP verwendet. XML und damit auch WML hat strengere Regeln als HTML und erlaubt dadurch eine effizientere Verarbeitung.

Wenn man eine Information für alle Endbenutzer mit allen möglichen Geräten zur Verfügung stellen will, dann muss man sie auf dem Web-Server in zwei Versionen verfügbar halten:

In den meisten Fällen wird man weder des HTML-File noch das WML-File händisch erstellen, sondern beide automatisch und dynamisch aus den in einer Datenbank oder einem Workflow-System gespeicherten Informationen generieren.

Es gibt spezielle WAP-Gateways, die versuchen, bestehende HTML-Informationen, so gut das geht, automatisch in WML umzuwandeln. Meistens genügt eine solche automatische Umwandlung aber nicht, weil die Informationen für die kleinen Displays anders (kürzer) formuliert und anders strukturiert werden müssen.

Für ausführlichere Informationen wird auf die

und auf die dort angegebenen Referenzen verwiesen.


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© Hubert Partl, BOKU Wien