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Nelson

 

... Nelson saß unter überhängenden Bougainvilleas. In der Nähe wurde die ruhige Strömung von Wasser durch den Laut springender Fische akzentuiert. Die Luft war voll schwerer Aromen; aber Nelson suchte alle diese ablenkenden natürlichen Sinnesreize zu ignorieren wegen des archaischen Lesestoffs aus Papier, den er in den Händen hielt.

Wenn es nur ein modernes Dokument wäre, mit einem glatten Index und Hyperverweisen durch das ganze Weltdatennetz! Es war schrecklich frustrierend, zwischen den Seiten und groben flachen Illustrationen, die sich nicht einmal je bewegten, hin und her zu blättern. Es gab auch keine lebendigen Pfeile oder Zoom-Bilder. Ein Tonanschluß fehlte völlig.

Am hinderlichsten war das Problem neuer Wörter. Ja, das war sein eigener Fehler, weil er seine Bildung bis so spät im Leben vernachlässigt hatte. Aber bei einem normalen Text brauchte man ein nicht vertrautes Wort bloß zu berühren, und schon sprang die Definition unten hervor. Hier aber nicht. Das Papier lag einfach da, passiv und unkooperativ.

Als er sich früher darüber beklagt hatte, gab ihm Dr. B´keli ein anderes solches flaches Buch, etwas, das man »Wörterbuch« nannte und dessen geheimnisvoller Gebrauch ihm völlig entging.

Wie haben Studenten damals im zwanzigsten Jahrhundert überhaupt etwas gelernt? wunderte er sich ...

David Brin: Erde, ©1994 W. Heyne Verlag, München

Nelson


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Dezember 1998; © Commando GmbH, Berlin / info@commando.de